Die Sache mit den Prioritäten

Vorbei ist nun der Urlaub. Der Alltag hat uns zwar noch nicht gänzlich wieder und erholt fühlen wir uns auch, aber so richtig ist der Elan noch nicht da. Nun ja, zumindest nicht für das, was gemacht werden muss.

Jaja, wenn wir aus dem Urlaub zurück sind, kümmere ich mich endlich um die Beantragung des Kredits und die Genehmigung des Denkmalschutzes. Und der Antrag, damit der gefühlte 40m Höhe Nadelbaum endlich gefällt werden darf, muss auch noch geschrieben werden. Ach ja, und unsere Einfahrt sollte auch schon seit dem Frühjahr gemacht werden. Pustekuchen. Nichts ist passiert von dem. Ich kriege mich einfach nicht überwunden, diese Dinge zu tun.

Unsere neue Bar.

Und was machen wir stattdessen? Gefaulenzt haben wir nun wirklich nicht. Wir haben schon einige elementare Dinge gemacht. Material gekauft, entrümpelt, Touren zum Wertstoffhof u.v.m. Aber wir gönnten uns auch etwas, was vernünftiger Weise nicht notwendig gewesen wäre, dennoch Spaß machte: Wir bauten eine Bar!

Eine Schnapsidee im wahrsten Sinne des Wortes, die aber bei der Entwicklung viel Freude bereitete. Und so ein kleines schnelles Erfolgserlebnis brauchten wir auch. Gut, aber ich muss zugeben, vollendet hatten wir sie nicht. Unser Besuch hatte seinen Spaß daran. (An alle zukünftigen Besucher: Jeder muss nun in unserem Haus irgendetwas werkeln (zwinker, zwinker)!)

Immer Willkommen in unserem Haus

Man merkt, dass Urlaubszeit ist. Unser Haus teilen wir gerade mit so einigen Freunden. Es ist schön. Wir mögen es, dass liebe Menschen gern bei uns sein und an unserem Leben teilhaben wollen. Diesmal waren unsere alten Nachbarn aus München bei uns. Ein wenig Wehmut begleitete uns schon, denn eine so tolle Nachbarschaft wie mit ihnen in München gibt’s nur selten.

Wir versuchten das Experiment „gemeinsam im Homeoffice“. Und unsere Internetverbindung bzw. die Leitungen hielten stand! Und Platz, damit jeder seine Ruhe hat, ist ja auch genügend vorhanden. Experiment geglückt!

Und in der Freizeit genossen wir gemeinsam die Vorzüge des Nordens. Auch die Norddeutschen haben Volksfeste, nur nicht unterm Maibaum und im Dirndl , sondern maritim. Wir besuchten die Hanse Sail, nach der Kieler Woche das größte maritime Volksfest. Und das unter Corona-Bedingungen.

Ich fands nett. Wir haben uns zwar finanziell ziemlich verkalkuliert, insbesondere bei der dazu gehörigen Kirmes mit den vielen Kinder-Fahrgeschäften, und es gab nur einen (leeren) Geldautomaten, doch wars trotzdem toll. Auch das Riesenrad war klasse. Doch am besten hat mir tatsächlich der Stand der Bundeswehr gefallen. Gut, ich hatte schon immer einen Faible für Männer in Uniformen, doch diesmal hat mich tatsächlich die aktive Werbung, man könnte schon fast Action sagen, begeistert. Tauchen, Besuch auf dem Versorger, Helikopterflüge … die haben sich was einfallen lassen. Und tatsächlich haben sie bestimmt die Bestaussehensten (in Uniformen) dort abgestellt.

Doch natürlich bietet der Norden auch mehr: Faszinierende Natur und maritimes Flair für Südländer sowie Spiel, Spaß und Spannung:

Die üble Volkskrankheit Aufschieberitis

Nun ja, bei so viel Freizeitaktivität bleiben die ernsthaften, wichtigen Dinge hinten an. Anträge und Bauarbeiten am Haus bleiben auf der Strecke. Im Gegenteil, wie angenehm ist es doch, davor die Augen zu verschließen?! Schließlich ist Besuch auch wichtig für die Seele! Es fallen einem so viele weit wichtigere Dinge ein, als genau diese ungeliebte Aktivität durchzuführen. Und der Schreibtisch muss natürlich auch noch aufgeräumt sein … ganz zu schweigen von dem Einkauf, der vorher erledigt werden muss. Und dann ist der Tag auf einmal wieder um und das schlechte Gewissen nagt. Aber morgen ist ja noch ein Tag!

Wie heißt das Ding? Aufschieberitis. Prokrastination, das Aufschieben von Aufgaben. Schon mal gut übrigens, es liegt nicht an Faulheit. Es handelt sich um ein „ernsthaftes Problem der Selbststeuerung“ … Na, ob das besser ist als Faulheit?! In Zeiten der Selbstoptimierung lässt man sich doch ungern sagen, man hätte ein Problem mit der Selbststeuerung. An anderer Stelle ist im Internet zu finden, dass auch der Hang zum Perfektionismus und hohe Ansprüche an sich selbst zum Prokrastinieren beitragen. Hm, mag sein, aber solche Anträge und sich da rein fuchsen, ist schon wirklich ätzend. Doch Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Neigung dazu, Dinge aufzuschieben und Ablenkungen nachzugeben, maßgeblich von unserem Gehirn bestimmt wird.  Prokrastinations-Betroffene zögern aus Furcht vor den Konsequenzen, etwas zu tun – also schieben sie es auf. Klingt auch nicht so toll, aber besser als Faulheit oder mangelnde Selbststeuerung als Ursache für die Aufschieberitis.

Gut, dass das Netz auch Tipps zur Bewältigung dieses Problems parat hat: Angefangen von „Sortiere deine Aufgaben stets nach Priorität und fange mit dem wichtigsten an“ über „Stell dir eine Belohnung in Aussicht“ und „Bau dir selbst Druck auf, indem du anderen von deinen Plänen und Aufgaben erzählst“ bis hin zu „Erstelle To-Do-Listen mit Kreisen zum Abhaken“ ist so ziemlich jeder Psycho-Trick dabei. Klingt einleuchtend. Alles. Mach ich ja auch. Gut, dass es nun spät und morgen ein neuer Tag ist. Morgen mach ich es ganz bestimmt …

Belohnung in Aussicht stellen.

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