Mit Sonne geht alles einfacher

Wahnsinn. Seit Wochen ist es warm, fast schon zu heiß. Sonne. Blauer Himmel. Abgesehen vom letzten Wochenenden, wo eine ordentliche steife Brise ging, haben wir durchweg schönes Wetter. Immer wieder muss ich feststellen, wie abhängig wir doch von Sonne sind.

Sonne bringt neue Energie und Tatendrang. Wir haben nun unseren Balkon auch weitestgehend in Schuss gebracht. Jürgen hat uns eine gemütliche, so ziemlich maßgerechte Palettencouch gebastelt. Die endlich lauen Sommerabende werden nun draußen verbracht.

Abendsonne auf unseren Balkon

Eigentlich ist es schon fast zu trocken. Unsere Landwirtschaft leidet. Und unser Garten auch. Die Regenwassertonne, die sich in der Regenzeit vor noch 3 Wochen bis oben hin gefüllt hatte, gibt kaum noch einen Tropfen ab. Gut, die eingepflanzten Himbeeren- und Johannesbeerensträucher sind zwischen dem hoch gewachsenen Gras auch gar nicht mehr auffindbar. So können wir nur hoffen, dass sie selbst ihren Weg finden.

Bei den Temperaturen zeigt es sich, dass die Baumeister vor 130 Jahren was drauf hatten. Die dicken Wände und die Kastenfenster geben ihr bestes, um die Wohnung noch recht kühl zu halten. Solche Kastenfenster sind nämlich total clever: Die sich im Zwischenraum der äußeren und inneren Scheibe befindende Luft wirkt nämlich dämmend – im Winter vor Kälte und im Sommer vor Wärme. Ich mag mir kaum vorstellen, wie voll funktionsfähige Fenster wirken.

Die Touristen sind wieder zurück und eine neue Idee braut sich im Kopf zusammen

Mit Sommer und Sonne und aufgeweichten Corona-Einschränkungen ist auch wieder Leben auf der Straße. Von überall strömen sie heran. So viele Münchner Nummernschilder! Ein leichtes Zucken von Heimatgefühlen kommt dabei immer wieder hoch. Doch so ganz hat der Tourismus noch nicht hier her gefunden. Dabei ist der Juni der schönste Monat in Mecklenburg-Vorpommern. Schönes Wetter ist fast garantiert und die Kornblumen und der Mohn gestalten die Felder beinahe malerisch mit blau roten Farbtupfern. Ein wunderschönes Bild! Meine Oma hat immer Ende Juni Geburtstag. Daher ist dieses Bild so vertraut.

Kein Wunder aber, dass diesmal nicht die Masse an Touristen an die Ostseeküste finden. Die Preise, Wirtschaften und Übernachtungen, sind ins Unermessliche gestiegen. Münchner Preise werden für den Normalbürger stellenweise getoppt. Unglaublich. Mal eben Essengehen ist nicht mehr so einfach drin. Das „Ossi-Gehalt“ ist niedrig, Energiepreise sowie andere Lebenshaltungskosten hoch, und Genussleistungen maßlos in die Höhe getrieben. Klar, verständlich. Wirtschaften und Hotels müssen eine achtmonatige Zwangsruhepause kompensieren.

So ist mir letzte Nacht eine neue Idee gekommen: Ich biete in unserem Garten einen Stellplatz für Wohnwagen an! Vielleicht mag nicht jeder Camper auf einen Campingplatz. Klar, die Campingplätze bieten inzwischen reichlichen Luxus und Service, sind aber restlos ausgebucht. Vielleicht gibt es auch Camper, die eben darauf keine Lust mehr haben und wieder lieber (mehr oder weniger) allein und auf sich gestellt sein wollen.

Ich hab keine Ahnung, ob ich da irgendwas anmelden muss. Wahrscheinlich muss ich das auch steuerlich geltend machen. Jürgen ist auch noch nicht ganz überzeugt. Doch ich stell mir das toll vor. Dann ist nicht nur Leben auf der Straße, sondern auch bei uns im Garten. Und wenn wir schon nicht mehr das Internationale aus München haben, hätten wir aber zumindest entspannte Leute bei uns aus ganz Deutschland.

Ach, die Handwerker …

Ein bissel Sanitär könnten wir sogar auch bieten. So ein altes Haus hatte auch Toiletten im Treppenhaus. Ich kenn das noch aus der Zeit, als ich als kleines Kind meine Großeltern besuchte. Die Toiletten waren im Winter wahnsinnig kalt. Und die wollen wir auch wieder instand setzen. Auch als Nicht-Großfamilie kann man ja nie genug Toiletten haben. Gerade unsere letzten Besuche bei uns haben es bewiesen.

Seit Januar warteten wir also, dass unsere Sanitärfirma Zeit für uns hat. Und nun sieht es ganz danach aus, dass es morgen tatsächlich los geht. Rohre aus dem Keller werden ins Obergeschoss verlegt und unsere Flurtoilette (die zweite machen wir später) bekommt ein neues Design.

Die Flurtoilette im Erdgeschoss.

Ja. Ein halbes Jahr haben wir gewartet! Der Handwerkermarkt macht uns schon Angst. Nicht nur, dass die Rohstoffe teurer geworden sind, auch der Handwerker an sich wird rar. Mehr und mehr merken wir es: Die Auftragsbücher sind voll und wir haben das Nachsehen.

Wir hatten gestern einen Termin mit einer Tischlerei. Wir wollen im Garten einen Carport bauen lassen, wo oben drauf eine Terrasse sein soll. Viele Firmen haben wir angeschrieben, kaum eine hat reagiert. Und die eine, die reagiert hatte, hat uns versetzt.

Ohje, was soll das werden, wenn wir endlich den Kredit haben und so richtig loslegen wollen? Und das wollen wir bald! Und wir haben auch nur zwei Jahre Zeit für die Umbauarbeiten (KfW-Kredit-Vorgabe)!

Gestern hatten wir wieder einen Übernachtungsgast. Stolz präsentierten wir unser Anwesen. Doch als wir ihn durchs Haus führten, wurde uns bewusst, was wir da wirklich noch einiges vorhaben.

Also Leute dort draußen: Wenn ihr Handwerker seid und Lust auf Herausforderung in einem historischen Haus an der Ostsee habt, ihr dürft euch bei uns austoben! Wir brauchen Tischler, Holzfensterbauer, Restaurator, und vieles mehr!

Doch zurück zur Sonne!

Die Sonne der letzten Tage macht gute Laune und gibt Energie. Wir sind viel im Garten. Manchmal können wir es gar nicht fassen, dass das nun unsers (also fast unsers) ist. Doch einen Haken hat blauer Himmel und Sonne schon: Der ungeliebte Papierkram bleibt liegen. So liegen unser Kreditantrag und die anstehende Steuererklärung ganz friedlich auf unserem Schreibtischtisch. Die Denkmalschutzbehörde wartet auch noch auf Anträge von uns. Herrje, und ich kann mich gerade einfach nicht für diesen Ernst des Lebens begeistern. Aber morgen! … Vielleicht … Naja, nächste Woche auf jeden Fall!

Übrigens hat Jürgen seine erste Impfdosis bekommen. Das mobile Impfteam der Bundeswehr machte in Doberan Halt. Nun sollte ich mich vielleicht auch mal bemühen, dass ich einen Piekser bekomme.

4 Gedanken zu “Mit Sonne geht alles einfacher

  1. Prima Idee, das mit den Camping-Gästen. Oder „Arbeiten für Kost und Logis“ – wenn ich Dich recht verstehe. Sehr charmante Idee. Nur eins an der Stelle von mir, aus eigener Erfahrung: lasst Euch von den Nachbarn deren Segen geben. Informiert sie frühzeitig über alles. Ihr wisst doch, wie das ist, wenn sich die Lebenssituation für einen ändert, ohne dass man mitreden, mitentscheiden kann und nichtmal das Gefühl hat, dass gehört wird, was man sagt. Das gibt Knatsch und Zwietracht. Das betrifft nicht nur die Querdenkerszene, auch wenn es im eigenen Garten auf einmal nicht mehr so friedlich ist wie früher, und man weiß nicht, was eigentlich los ist: das kann böse Kräfte wecken… Freundliches Bescheidsagen reicht, würd ich meinen, Hauptsache nicht vor vollendete Tatsachen stellen.

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    1. Ja, so ungefähr stell ich mir das vor. Ich hab mich nun zum Stellplatz ein wenig belesen. So einfach ist es auch nicht. Da eine Genehmigung und dort eine … Für alles einen Antrag 🙂

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  2. Am besten die Handwerker jetzt schon anfragen und Angebote einholen, dann habt ihr die Handwerker schon mal zur Hand, wenn es dann losgehen wird. Kann man ja so mit denen absprechen. Kann auch sein, dass man so Angebote für den Kreditantrag sowieso braucht so als grobe Übersicht, ich meine zumindest, dass das bei uns auch so gewesen wäre.

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