Glühwein am Strand

Am Sonntag hatte ich Geburtstag und der war wirklich mal ganz anders. Also eigentlich ist jeder Geburtstag anders als der davor. Entweder ich feiere groß mit Freunden oder ich liege im Krankenhaus, weil ich kurz zuvor entbunden habe, oder in Zweisamkeit mit Jürgen in „Flittertagen“, weil wir gerade geheiratet hatten … Letztes Jahr war ich mit Freunden und meiner Familie in Rom. Es sind immer schöne Geburtstage, die ich erlebe.

Dieses Jahr war es aber sehr besonders, weil der Lockdown uns fest im Griff hat. Ich war traurig, weil die Aussicht in sozialer Isolierung zu feiern, nicht gerade berauschend war. Doch sieh an, Überraschungsbesuch vor unserer Tür! Welch eine Freude! Eine gute Freundin der Familie kam zu Besuch. Und mir war klar, die kommenden Tage können einfach nur toll werden.

Leben in der Bude! Es zeigte sich auch wieder, dass Ricardo meine Gene hat: Auch er war außer Rand und Band, mal andere Menschen zu sehen als Mama und Papa. Neben dem Trubel waren wir auch ganz stolz, unser neues Heim zu präsentieren. Wenn man Besuch durch das Haus führt, wird einem erst so richtig bewusst, was man alles geschafft hat. Ein Aaahhh und Oooohhhh ließen unsere Herzen schneller schlagen und unsere Nasenspitzen paar Zentimeter höher tragen.

Zum Reinfeiern sind wir inzwischen wirklich zu alt. Schon am frühen Samstag Abend saßen wir lahm auf der Couch. Doch ich glaube – aus eigener Erfahrung – es ist die Nordluft: Sie macht müde und hungrig.

Am Sonntag fuhren wir alle mit dem Molli nach Heiligendamm an den Strand. Mit Glühwein im Rucksack. Die Tage zuvor hatten wir Sonne und blauen Himmel. Ein Zustand, der schon die ersten Glückshormone ausschüttete. Doch ausgerechnet am Sonntag gab’s Regen. Nun ja, bei Sonne und warmen Temperaturen schmeckt ja kein Glühwein, also war das Wetter auch okay (scheinbar schien aber im restlichen Deutschland die Sonne). So saßen wir am Strand auf der Bank unter zuzwinkernden Blicken von anderen Spaziergängern und tranken unseren Glühwein und ließen unserer guten Laune freien Lauf.

So weit weg und doch so nahe

Die Postboten wundern sich bestimmt auch schon: Tagtäglich klingeln sie an unserer Tür (oh ja, sie klingeln und sind wohl gelaunt!) und geben Pakete und Briefe für uns ab. Ich gebe zu, dabei sind auch paar Amazon-Pakete (nächstes Jahr wollen wir Amazon abschwören, zumindest haben wir es uns vorgenommen), doch viele Päckchen und Briefe sind von Freunden. Ach, es ist so schön … Glückwünsche zum Geburtstag für Ricardo und mich, Weihnachtsgrüße und beste Wünsche fürs neue Heim …

Wenn man so im Alltag feststeckt oder gar mit den Umständen hadert, übersieht man wirklich so einiges. Untröstlich, denn ich hatte ja auch schon zwischendurch mit Freunden viel Kontakt und Zuspruch. Ja erwischt, Jammern auf hohem Niveau. In diesen Tagen ist es besonders schön, weil wirklich ganz viele liebe Menschen an mich gedacht haben. Also, wie ist das noch mal mit der sozialen Isolierung?

All Ihr Lieben, die an mich gedacht haben: Ich danke euch, Ihr habt mich wirklich sehr glücklich gemacht (und damit auch meine Familie)!

Bald nun ist Weihnachten …

Jürgen hat es sich heute angetan: Er hat die Weihnachtseinkäufe (incl. darauf folgendes Wochenende) gemacht. Kaum zu glauben, dass diese Tage besinnlich sein sollen, der Run auf die Lebensmittelläden vorher ist es auf jeden Fall nicht. Auch hier zeigt es sich mal wieder: Geduld und Ausdauer sind Tugenden, von denen man nicht genug haben kann (vielleicht fange ich doch mit Yoga zur Tiefenenstpannung an). Eine ältere Dame hätte sogar beinahe die Gewürze aus seinem Einkaufskorb geklaut. Unglaublich. Da bleibe ich wirklich lieber daheim und putze freiwillig einmal mehr die Wohnung.

Weihnachten kommen meine Eltern und mein Bruder. Auch dann ist wieder Leben in der Bude. Und wir machen nichts! Wir werden einfach nur entspannen! Solltet Ihr auch tun, wenn es möglich ist. Ich denke dabei an viele die arbeiten müssen, so auch die Pflegekräfte die meine Oma und meine Großtante im Pflegeheim betreuen. Einen guten Job machen sie und das zu diesen Zeiten!

Ich wünsche euch allen schöne besinnliche und friedvolle Weihnachten! Bleibt gesund!

Und wenn ihr noch ein Geschenk sucht, kann ich euch dieses wunderbare Kinderbuch empfehlen. Lieben Dank, liebe Gundi, für diese Überraschung. Die Signatur holst aber nach, ja?!

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