Shietwedder im Norden

So was Launisches als Wetter habe ich selten erlebt: Mal Sonne, mal Regen, mal Nieselregen, mal Regen und Sonne, mal Wind, mal eine leichte Brise, mal stürmisch, mal alles zusammen. Wie soll man sich denn darauf einstellen? Was soll man sich selbst und vor allem was dem Kinde anziehen?

Gestern noch war es so kalt und windig und regnerisch, dass man gar nicht aus dem Bett oder nur auf der Couch den Tag verbringen wollte. Und heute hatten wir wieder nach anfänglichem Regen-Sonne-Mix einen herrlichen Herbsttag.

Ich bin ja erst am Anfang, dass ich die meteorologischen Besonderheiten kennen lerne. Aber soweit weiß ich zumindest, dass die Ostsee ein Binnenmeer und so groß ist, dass sie sich über verschiedene Klimazonen erstreckt. In unserer Gegend haben wir ein gemäßigt maritimes Klima mit recht milden Mikroklimata. Der Einfluss der Westwindzone mit Niederschlägen, die sich gleichmäßig über das ganze Jahr verteilen, überwiegt. Die Sommer sind vergleichsweise kühl, die Winter feucht-nass. Da die Ostsee nicht dem milden Einfluss des Golfstroms unterliegt und auch wenig Wasseraustausch mit der Nordsee und einen geringen Salzgehalt hat, kann es passieren, dass die Ostsee im Winter total zufriert. Ich hab das als Kind schon erlebt. War toll. Allerdings bis das geschieht, ist es richtig böse kalt. Und bei der Klimaerwärmung weiß ich nun auch nicht, ob wir das noch mal erleben werden. Habe gelesen, dass auch die Ostsee sehr stark vom Klimawandel betroffen ist.

Bastorfer Leuchtturm ganz ohne Menschen

Gestern haben wir genau dieses shiet Wetter ausgenutzt und haben uns als Ziel den Bastorfer Leuchtturm ausgesucht. Es war so kalt und so windig und wir haben festgestellt, dass unsere Kleidung absolut nicht tauglich für dieses Wetter ist. Der einzige, der nicht gefroren hat, war Ricardo. Aber wir hatten einen Mordsgaudi und die Luft war so frisch und riechbar sauber und salzig. Der Leuchtturm hatte zwar geschlossen („Bi Shietwedder is tau“), aber das machte nichts. Es gab weit und breit keine Menschen, den Parkplatz hatten wir für uns (und ohne Parkautomat) und die Gegend war nordisch schön bzw. herb.

Auf dem Weg dorthin ist mir erst einmal aufgefallen, wie viele Gästewohnungen es hier gibt. Ich frage mich, wo die alle aufgelistet sind. Wir hatten auch ab und an mal was gesucht und booking.com oder andere Portale waren wenig hilfreich. Also liebe Leut, wenn ihr eine Vermarktungsidee für unsere zukünftige Gästewohnung habt, dann immer raus damit.

Nun ist der Windfang dran

Der kleine Familienausflug war eine willkommene Abwechslung zu unserem Renovierungsalltag. Nun haben wir unseren Windfang-Eingangs-Flur angefangen. Ich brauche es nicht extra betonen: Wieder eine kleine Herausforderung. Aber Jürgen macht sein bestes. Zwar haben wir in unserer Wohnung noch immer die Veranda, die ebenfalls nach einem Sanierungskonzept schreit, aber die kann man auch erst einmal einfach nur abschließen …

Um ein wenig Ordnung zu schaffen, haben wir paar Dinge zu unserem Wertstoffhof gebracht. Die Wertstoffhof-Männer waren ebenfalls nordisch nett und haben Jürgen beim Ausladen geholfen. Doch im Gegensatz zu unserem Münchner Wertstoffhof darf man hier noch für einige Sachen zahlen, dass man sie abgibt (z.B. Geschirr, einige Baustoffe, Baum- und Strauchschnitt, usw.)?! Für Einheimische vielleicht ganz normal, ich finds aber nicht normal. Klar, wahrscheinlich ist das so ein Ding, ob eine Kommune Geld hat oder nicht, aber fördert das nicht auch das Verhalten von Menschen, dass man doch einige Dinge auf eine andere Art und Weise los wird, die nicht so Umweltverträglich ist? Nicht falsch verstehen, das habe ich nicht vor, aber ganz so Umweltkonform erscheint mir dieses Prinzip unserer hiesigen Abfallwirtschaft nicht.

Ganz ehrlich: Dickes Plus für München!

Frühaufsteher für die Mitwirkungspflichten

Morgen muss ich früh aufstehen. Ich mache eine „Reise“ nach Rostock und habe mich entschlossen, die öffentliche Verkehrsmittel-Infrastruktur auszutesten. In München bin ich nur mit den Öffis gefahren. Positiv habe ich schon mal wahrgenommen, dass die Züge alle halbe Stunde fahren. Das ist doch schon mal gut.

Was mir eigentlich mehr aufstößt ist, dass der Kurs, wohin mich die nette Arbeitsamt Dame schicken will, um 8 Uhr los geht! In München erwacht die Stadt erst um diese Zeit. Ich kann mich nicht an Schulungen, Seminare oder sonst irgendwas erinnern, die vor 9 Uhr starteten.

Zudem bin ich so und so sehr skeptisch, was ich da soll. Bin gespannt, ob mich dieses Coaching voran bringt. Allerdings freue ich mich auch ein wenig, mal wieder unter Menschen zu kommen. Bei aller Liebe zu meiner Familie, aber nach wochenlanger Isolation bringt so ein Workshop doch ein wenig Abwechslung.

Ein Gedanke zu “Shietwedder im Norden

  1. Liebe Lydia
    Unregelmässig lese ich euren Blog, und freue mich darüber, dass es euch gut geht und ihr euch einlebt.
    Betreffend Ferienwohnung: der gemeine, Ortsunkundige Tourist informiert sich bei booking.com, airbnb, ebookers etc. Vielleicht erst mal da einstellen, das ist sicher nicht verkehrt. Dann würde ich einen Flyer oder eine schöne Broschüre drucken und diese bei den nächsten Touristinformationen abgeben. Oder mal die anderen Ferienwohnunginhaber fragen, wo sie denn gelistet sind…
    Schöne Feiertage und ganz liebe Grüsse in den Nordosten!

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