Zwei Hühnergötter an einem Tag

Ein Strandspaziergang an einem Sonntagvormittag ist mal eine neue Erfahrung und ich hoffe, eine, die wir öfter machen werden. So menschenleer habe ich den Strand noch nie erlebt (gegen mittag füllte er sich merklich mit Menschen. Touristen im Lockdown?). Und nicht nur das wunderte mich, sondern auch die Farben am Himmel: Ein Babyblau und ein Babyrosa – ähnlich wie damals in Neuseeland.

Da die Tage nun in ihrer Helligkeit sehr viel kürzer sind, müssen wir irgendwie sehen, dass wir die Mittagszeit und den Mittagsschlaf mit Entdeckungsdrang und Extra Portion Luft harmonisiert bekommen. So bleibt uns nichts anderes übrig als gleich nach dem Frühstück loszuziehen. Heute haben wir mal die Renovierungsarbeiten zurück gestellt und haben einen kleinen Ausflug zum Strand gemacht. Allerdings mussten wir den Ausflug ein wenig früher wegen nassen Füssen abbrechen. Ricardo stand mit seinen Gummistiefeln in der See und hatte am Ende die Stiefel voller Wasser.

Das Glück des Hühnergottes

Doch ohne leere Hände sind wir nicht heimgefahren: Jürgen hatte ihn endlich gefunden: den Hühnergott, den Stein mit Loch (auch lieblos „Lochstein „genannt)! Ein Symbol für Glück und Schutz. Das ist ähnlich wie ein vierblättriges Kleeblatt finden, wobei bei der Hühnergöttersuche die Trefferquote wohl ein wenig höher ist.

Nun wollte ich die die Heldenhafte Geschichte der Bedeutung eines Hühnergottes erzählen. Dass der Hühnergott nämlich von „Hünen“ kommt, also von den Hünengräbern des alten Nordvolkes. Und das Wort „Hüne“ kommt aus dem Niederdeutschen „Hûne“ und dem Mittelhochdeutschen „Hiune“ und wird übersetzt mit „Riese“. Imposant … das alte kriegerische Nordvolk.

Nachdem ich mich aber vorsichtshalber für den Blog noch mal dazu belesen habe, stelle ich fest, dass in der ersten Theorie der Hühnergott einfach ein Feuerstein mit Loch ist und der genutzt wurde, um die eigenen Hühner vor dem Donner des Donnergotts Donar zu schützen. Einfach ein Band durchs Loch und überall hingehangen. Fertig. Auch wenn diese Bedeutung aus der nordischen Mythologie kommt, nordisch und heldenhaft romantisch klingt sie jedenfalls nicht.

Ich tröste mich aber, dass mein Wissen dazu nicht falsch war – eben nur eine weitere Theorie ist. Glück und Schutz bringt’s trotzdem. Muss ja, denn im Haus meiner Oma lagen (und liegen nun auch wieder) überall Hühnergötter rum. Und nun sind wir hier!

Um so mehr hat sich Jürgen natürlich gefreut, dass er zwei Hühnergötter gefunden hat. Also wenn das nicht Glück pur bedeutet …

Der andere Plan allerdings, Ricardo einer Überdosis frischer Luft auszusetzen, damit er ohne Rebellion seinen Mittagsschlaf macht, ist aber nicht aufgegangen. Eher das Gegenteil: Wir waren total müde, aber nicht Ricardo.

Im Ziel „fertiger Flur“ liegt noch Verbesserungspotenzial

Auch unsere Anstrengung bis Samstag, den Flur fertig zu haben, schlug fehl. Dieser Raum hat uns das Letzte abverlangt: Herausbröckelnder Putz wie bröckelnde Farbe beim Streichen und schiefe Wände beim Tapezieren. Herrje. Der Zeitplan konnte nicht eingehalten werden. Aber … mei … wir haben ja Zeit! Es lebt sich eben nur angenehmer ohne Staub und Dreck.

Im Übrigen hatte ich ja von zwei Fluren erzählt und konnte das nicht erklären. Meine Mutter hat mich nun eines Besseren belehrt: Der erste Flur ist der Windfänger und dann kommt die „Eingangshalle“. Das haben sich die alten Baumeister schon ganz clever überlegt, das macht schon irgendwie Sinn, vor allem dieser Windfänger – mit Abstand der kälteste Raum in dem Haus, naja zumindest in der Wohnung.

Apropos Kälte: Es ist so verdammt kalt in diesen Räumen. Überall zieht es rein und die Wärme wieder raus. Diese Fenster (Es sind größtenteils noch die Originale.) machen keinen guten Job. Das Schlimmste (zumindest in thermodynamischer Hinsicht) sind aber die hohen Räume. Die Lehre von der aufsteigenden Wärme kannte ich ja schon, nur hatte ich selten in der Praxis entsprechende Anwendungsbeispiele erlebt. Nun habe ich aber ein sehr elementares: Hohe Räume und die warme Luft geht nach oben. Thermometerbeweis: unten 18 Grad und zwei Meter höher 24 Grad! Shit. Und das mit ner alten Gasheizung, die eh schon viel schluckt.

Ich bin eigentlich nicht so zimperlich mit Kälte, doch die Abende in dem Haus sind richtig kalt. Ich bin nur am Frieren. Decke, Wollsocken und einen wärmenden Körper im Bett neben mir … an sich kuschelig, aber irgendwie muss ich da wohl eine Balance finden. Keine Ahnung.

Liebe Besucher, ihr müsst aber nicht frieren … verspreche ich euch!

2 Gedanken zu “Zwei Hühnergötter an einem Tag

  1. Dazu noch ein paar „Weisheiten“ von mir:
    Ich habe bei meinen Ausflug mit Ricardo am Sonnabend gelesen, dass der Parkplatz „Am Kinderstrand“ heißt, also wie zu meiner und Lydias Kinderzeit.
    Und die Hühergötter wurden von meinen Großeltern, also den Urahnen des Hauses,
    einfach nur „Schlüsselsteine“ genannt. Damals waren sie überall Schlüsselanhänger. Meine Mutti und ich in meiner Kinder- und später Mamazeit, haben sie dann als Glückssteine gesammelt.
    Es macht Spaß von Lydia mitgenommen zu werden. Da kommen auch meine Erinerungen wieder.

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