Kleine Hindernisse, aber es wird schon

So eine funktionierende Waschmaschine ist doch eine Freude, gerade wenn man so gern Wäsche wäscht, wie ich. Wobei diese Leidenschaft von mir nicht wirklich dem Waschen an sich gilt, sondern eher dem Resultat. Und mit noch immer Staub und Dreck in der Wohnung ist saubere Wäsche eine feine Sache. Dummerweise machten wir die Waschmaschine so voll, dass es Peng machte und das Glas in der Waschmaschinentür kaputt ging. Ereignisse, die man in solchen Situationen besonders gar nicht gebrauchen kann. Und wo ist nun der Karton mit den Kaufvertrag? Da ich noch keine Erfahrung mit einer defekten Waschmaschinen habe, hab ich auch noch keinen richtigen Plan, wen ich nun anrufen sollte und was es kosten wird. Wenn man aber so viele Baustellen hat, macht sich auch so eine Art Lethargie breit: Tja, ist nun eben so. Allerdings Glück im Unglück: Omas Waschmaschine steht gleich daneben.

Was ist der Conventer See?

Neben solchen Pannen kommen wir aber recht gut voran. Ricardo und ich mit unserer Ortserkundung und Jürgen mit der Renovierung. Ich hatte mir vorgenommen, mir den Conventer See in der Nähe mal anzuschauen. Dachte, es wäre ein Badesee. Aber als ich versucht hatte, dorthin zu kommen, fand ich kaum eine Straße oder ein Weg dorthin. Kein Wunder, es ist ein Naturschutzgebiet. Wohl sehr spektakulär für Vogelliebhaber. Keine Ahnung. Wir haben es vom einzigen Parkplatz am Strand mit Ricardo-Tempo nicht geschafft, dort hin zu kommen.

Der Weg zum Conventer See. Nach einem Drittel haben wir aufgegeben.

Nachmittags hatten wir die scheinbar einzige Buchhandlung in Doberan aufgesucht. Ich dachte, es gibt bestimmt regionale Reiseliteratur von irgendwelchen einheimischen Hobby-Historikern oder -Reiseführern. Aber nichts außer die gängigen Commerz-Reiseführer. Werde ich wohl in meinem Blog für euch die neue einheimische Hobby-Reiseführerin werden müssen.

Jedenfalls bin ich dennoch freudig mit einer Commerz-Wander- und Radl-Karte herausgekommen. Überraschenderweise war Jürgen daheim genauso erfreut darüber. Wir schauten sie uns gemeinsam an und stellten fest, es gibt noch viel zu sehen … und nicht immer nur Ostsee und Strand (Eigentlich bin ich ja gar nicht so ein Ostsee-Fan. Ich liebe das bayerische Voralpenland oder das auf der anderen Seite der Berge Richtung Südtirol.). Aber ihr werdet mit der Zeit sehen, Mecklenburg- Vorpommern ist nicht nur Ostseestrand. Allerdings platt ist das Land überall.

Nun bin ich übers Wochenende bei meinen Eltern. Ich liefere Ricardo bei ihnen ab.

Diese 100 km Entfernung zwischen meinen Eltern und uns finde ich gut: Nicht zu eng aufeinander, aber auch nicht zu weit weg. Auf jeden Fall ist es im Gegensatz zu unserer Münchner Zeit viel einfacher für uns und die Großeltern, die Familie „zusammen zu führen“, sprich wie wir jetzt … für eine Woche Ricardo bei den Großeltern abzugeben.

Immer besuchenswert: Burg Klempenow

Meine Eltern wohnen zwischen Neubrandenburg und Greifswald (gut, die Kenner der Gegend wissen, dass das nicht gerade kleinteilig beschrieben ist, doch M-V ist eben ein Flächenland mit wenig Einwohnern). Hier gibts nicht sooooo viele erwähnenswerte Orte, aber paar schöne Stellen hat die Gegend schon. So haben wir, meine Mutter, Ricardo und ich, heute einen kleinen Ausflug zum Spielplatz der Burg Klempenow an der Tollense gemacht.

Die Burg haben vor Jahren schon Öko-Künstler für sich entdeckt. Wenn nicht gerade Corona ist, werden hier kleine kulturelle Veranstaltungen, Öko-Märkte und sowas gemacht. Man kann dort paddeln und Kanue fahren.  Öko-Campen und mit vielen Öko-Menschen zusammen kommen. Wirklich nett. Selbst jetzt kommen Leute, um die Ruhe zu genießen, Picknick zu machen oder zum Schlendern … oder eben, um auf den Spielplatz zu gehen.

Die Burg Klempenow, castrum clempenowe, wurde das erste Mal 1331 urkundlich erwähnt. Die Niederungsburg an der Tollense hat natürlich auch einige Herrscherwechsel erlebt und diente nach dem Krieg als Flüchtlingsunterkunft. Zu DDR-Zeiten war sie einfach nur da.
Der Innenhof der Burg
Nun ist die Burg Klempenow mit der Tollense für Naturliebhaber und Wasserratten durch ihre Nähe zur Mecklenburgischen Seenplatte sehr attraktiv.
Ricardo und ich arbeiten auf dem Spielplatz der Burg Klempenow.
Das Tollensetal bei Klempenow. Die Tollense entspringt im Tollensesee und mündet in der Peene in Demmin. In der Gegend wurde ein archälogischer Fund aus der Bronzezeit entdeckt: Ein Schlachtfeld. Die Tollenseschlacht wird auf 1250 v. Chr. datiert. Es ist die erste archäologisch belegte Schlacht der Geschichte. Zu dieser Zeit verbanden Peene und Tollense die verschiedenen Wasserhandelsrouten von Nord nach Süd. Im Übrigen ist die Strömung der Tollense eher kriechend. Noch lahmer ist die Peene, sie ändert sogar ihre Flussrichtung.

Heute Vormittag waren wir ernsthaft für unser Haus shoppen. Ich habe meine Mutter genötigt, uns als Weihnachtsgeschenk Gardinen zu nähen und wir waren in Greifswald Stoffe aussuchen. Mit Erfolg.

Warum Gardinen selber nähen bzw. nähen lassen? Bei Fenstergrößen von 2,30m und einer Raumhöhe von 3,70m ist es nicht einfach „Übergrößen“ im normalen Handel zu bekommen. Aber cool ist es auch: Man geht Stoffe shoppen und kann  seine Gardinen auf Wunsch bei Mama in Auftrag geben. Keine Sorge, wenn sich jemand von euch im Gardinen nähen und in unserem Haus verewigen möchte, wir haben genug Fenster in dem Haus und in unserer Wohnung. 😉

So langsam macht mir das Einrichten der Wohung bzw. des Hauses Spass. Solchen Styling- und Einrichtungsshows konnte ich nie viel abgewinnen. Bissel Graus hatte ich ja schon davor, schließlich will man ja „mit Stil“ sein. Aber es macht auch einfach Spass, seinen eigenen Stil zu entdecken. Und ich mag das, wenn die Dielen knarren, die Wände schief sind und die Türen klemmen – eben Stil „nicht perfekt“. Mal schauen, wie es am Ende ausschaut.

Leider mag meine Ungeduld alles auf einmal fertig haben (Jürgen hat’s nicht immer einfach mit mir). Geht eben nicht. Vielleicht lerne ich neben Entschleunigung auch Geduld …?

Ein Gedanke zu “Kleine Hindernisse, aber es wird schon

  1. So, so, Kind abliefern, Gardinen in Autrag geben, worauf habe ich mich bloß eingelassen….
    Übrigens hat mein Vati, also Lydias Opa immer erzählt, dass die Doberaner Kinder von einem Pferdewagen eingesammelt wurden, um im Conventer See Schwimmen zu lernen. …und das vor ca. 80 Jahren!

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