Organisation ist das A und O

Nun ja, eigentlich ist der Titel eher etwas utopisch. Wir kriegen uns nämlich gerade gar nicht organisiert. Wir suchen uns noch immer durch die Kartons. Entdecken hier und da mal was Brauchbares, aber auch neue Baustellen, die zeitnah erledigt werden sollten, z.B. müsste die Dusche fertig gemacht und Lampen aufgehängt werden (bei einer Deckenhöhe von 3,70 m nicht mal eben zu machen, außerdem muss der Karton mit den Lampen noch gefunden werden). Vieles können wir aber erst einräumen, wenn das Büro fertig ist. Das haben wir nun angefangen, zu renovieren.

Eigentlich machen wir gerade eine Menge, nur irgendwie ist das Ergebnis nicht wirklich greifbar. Ich als strukturierter Mensch finde nicht zur Strukur. Wie lustig: Der Umzug war super geplant, und nun kapituliere ich vor dem Chaos nach dem Umzug. Aber immerhin funktioniert nun die Heizung im Badezimmer!

Mit Ricardo wirds auch nicht einfacher. So richtig angekommen ist er noch nicht. Und dass wir so busy unser Zuhause einrichten wollen, macht die Sache auch nicht besser.

Das Bad Doberaner Münster

Gestern suchte ich mit Ricardo einen Spielplatz. Wir sind auf der Suche nach Kindern zum Spielen. So war ich mit ihm am Doberaner Münster. Immer wieder bin ich ergriffen, wenn ich vor dem Gotteshaus stehe. Ricardo hatten wir vor zwei Jahren dort taufen lassen. Wir wollten, dass meine Oma dabei ist und ehrlich gesagt, ist eine Taufe in dem Münster schon was phänomenal Ehrfürchtiges.

Der Schwan ist neben dem Hirsch ein Element im Bad Doberaner Wappen. Der Sage nach war Heinrich Borwins I., Fürst von Mecklenburg auf der Hirschjagd, als an dem Ort die Schwäne aufschreckten. Sie kreischten „dobre dobre“ (= slawisch „gut“). So entwickelte sich der Name Dobran, Doberan.

Die Münsteranlage lädt zum Spazieren gehen ein. Den Spielplatz haben wir auch entdeckt, allerdings ohne Kinder.

Bad Doberan hat eine sehr aktive evangelische Kirchengemeinde. Besonders ist für uns die Kinderkirche interessant. Sie machen viel mit Kindern und haben für jede Altersgruppe ein passendes Angebot. Sogar eine Suppenküche haben sie: Man kann mittags hingehen und bekommt was zu essen, wenn man eben z.B. vor lauter Auspacken nicht selbst kochen kann.

Heute waren wir beim Pfarramt und haben uns dazu erkundigt. Die Leiterin der Kinderkirche (keine Ahnung, welchen Titel sie trägt) hat uns willkommen geheißen und uns vieles über die Angebote erzählt. Allerdings kommen wir zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Die Corona-Maßnahmen lassen nichts von allem zu. Alles wird runter gefahren. Außer in der Suppenküche, dort kann man sich zumindest was abholen.

Tja, Pech gehabt. Eine Möglichkeit für Ricardo Kinder zu treffen, ist vorerst nicht möglich. Nun ist also ein neuer Plan in Arbeit, damit wir Ricardo das Einleben leichter machen können.

Gestern auf dem Rückweg mussten wir übrigens am Busbahnhof vorbei. Erstaunlicherweise sehr geschäftig dieser Platz. Gut, mit dem Münchner Ostbahnhof nicht zu vergleichen, aber es war schon viel los. Ricardo wollte sich in ein Bushäuschen setzen und wir mussten den Bussen zusehen. Er war nicht nach Hause zu bewegen. Ob das die Erinnerung an München ist, weil wir dort viel Bus gefahren sind?

Hamsterkauf im Ikea

Plan B ist nun, dass wir nicht mehr gemeinsam packen und renovieren. Wir beschäftigen uns einzeln mit Ricardo. Heute mussten wir noch eine Ausnahme machen. Wir mussten ja unsere Küche endlich bestellen. Am Ortsanfang von Rostock ist gleich der Ikea. Da wir nicht wissen, was der kommende Lockdown light mit sich bringen wird, wollten wir die Küchenbestellung gleich hinter uns bringen (Wir waren wirklich gewillt, es mal mit einem Küchenstudio zu probieren, aber Qualität hat tatsächlich ihren Preis, den wir aber gerade nicht zahlen können). Gefühlt hatten so viele andere Menschen die gleiche Idee. Ricardo hat auch ohne Ikea-Kinderland super mit gemacht. Eine Küche haben wir trotzdem noch nicht gekauft.

Unser ernüchterndes Highlight war aber heute im Getränkemarkt. Wir haben Augustiner Helles entdeckt!

In unserer Freude nahmen wir gleich einen Kasten mit. An der Kasse kam die Ernüchterung: Sie wollen knapp 25 Euro dafür haben! Sakra! Ein teurer bayerischer Genuss. Kein Wunder, dass hier niemand Augustiner trinkt.

Liebe Leut‘, braucht ihr ein Gastgeschenk, wenn ihr uns besuchen wollt? Ein Kasten Helles (Augustiner, Tegernseer, Ayinger) würde mich sehr glücklich machen.

Mädels-Donnerstag – wie gewohnt

Ob Shoppen oder Renovieren oder Kinderbetreuung, an den Abenden sind wir kaputt. Eigentlich sollten wir dann Dinge tun, die Kleinkind-ungeeignet sind, wie z.B. Papierkram machen. Doch unser neuer Plan besagt auch, dass wir zumindest an den Abenden uns was Schönes gönnen sollten.

So habe ich mich gestern Abend mit meinen Mädels „getroffen“. Seit Jahren haben ein paar Freundinnen und ich eine Art-Donnerstag-Stammtisch – mal mehr, mal weniger, aber immer donnerstags. Wir haben uns gestern also online getroffen. Corona macht diese Art des digitalen Treffens salonfähig. (Einwurf an dieser Stelle: Das Breitband in Doberan ist schlecht, aber nicht ganz schlecht … ähm ausbaufähig … Es gibt Hoffnung: bis 2023 sollen wir Glasfaser bekommen.) Ich mag es lieber als telefonieren, man sieht sich, kann Hausführungen machen, usw. Zwei Stunden persönlich treffen oder eben digital, was für ein kleiner Unterschied. Gut, auf Dauer vielleicht nicht ganz das Gleiche, aber ich hoffe sehr, dass zumindest die nächste Zeit, das soziale Leben annähernd so aktiv ist, wie meines in München war.

Da fällt mir auf: Irgendwie ist das auch eine „Baustelle“. Nicht nur Ricardo braucht Spielfreundschaften, wir ja auch. Das letzte Mal bin ich vor 20 Jahren in eine neue Stadt gezogen. Mal schauen, ob das Menschen kennenlernen in der digitalen Welt noch genauso läuft, wie damals.

Die kommenden Tage soll es regnen. Spielplatz und Leute treffen ist morgen wohl nicht drin. Da Jürgen das Büro renovieren muss, werde ich morgen Tourist spielen müssen, der mit Kind und bei Regenwetter den Urlaubsort entdecken muss. Eine Herausforderung für mich, weil ich als Kind gefühlt in Doberan nur den Weg zum Münster und zum Strand kannte. Zeit, den Horizont zu erweitern.

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