Alle Wohnungen sind leer

Mei, ist das komisch: Das wird die erste Nacht in einem Haus, das auf Dauer das neue Zuhause sein soll. Ich bin, Gott sei Dank, nicht allein. Sonst wäre mir es in so einem großen alten Haus schon etwas unheimlich. Ich habe meinen Stiefvater genötigt, hier zu schlafen. Natürlich mit dem Vorwand, dass morgen früh der Parkplatz vor unseren Haus frei gehalten werden müsste.

Nur zu Erläuterung: Gestern bin ich erst zu meinen Eltern gefahren. Sie wohnen gut 100 km von Bad Doberan entfernt. Heute sind wir dann mit den Eltern und Ricardo zum Haus gefahren.

Das neue Kinderzimmer fand Ricardo voll toll. Ansonsten wusste er noch nicht, was er mit der Aussage „das ist dein neues Zuhause“ anfangen sollte. Aber immerhin stellte er fest, als wir aus „der Stadt“ kamen es wäre „meine Haus“. Also ich finde schon, volle Identifikation mit dem Haus. Nicht zu toppen war aber die Eisenbahn, der Molli, der jede halbe Stunde an unserem Haus vorbei fährt. Ein Genuss für Kinder und Eisenbahn-Liebhaber.

Ich muss aber sagen, der erste Gang heute durch dieses Haus war sehr ernüchternd. Ohje. Da eine Baustelle, dort die Fenster, die dringend nach einem Fachmann schreien, die Türen (größtenteils Originale aus dem auslaufenden 19ten Jahrhundert), die dringend aufpoliert werde müssten, die Veranda … Es wird die nächsten Jahre nicht langweilig. Vielleicht sollten wir ernsthaft über das Geschäftsmodell „Urlaub in Arbeit“ nachdenken.

Das ist es: Der Auslöser unseres Weggehens. Von Nahem lieber nicht so genau hinschauen. Es gibt Einiges zu sanieren.
Blauer Himmel. Schöner Herbst. Aber immer eine sanfte Brise. Das nordische Wetter ist noch gewöhnungsbedürftig.
Der Molli kommt. Tüüüt. Bimbimbim.

Und dann gibts aber diese leere Wohnung in diesem großen Haus. Unvorstellbar. Morgen wird sie mit Leben, mit unseren Möbeln, gefüllt.

Unsere Nachbarin aus dem Haus nebenan war auch schon zu Besuch. Mussten einen Sekt trinken. Nein, keine Neugierige, die erst mal schauen musste, wer da ist. Wir kennen uns schon länger. So ganz allein sind wir nicht.

In München lief alles nach Plan (ich klopfe mir auf die Schulter. Organisation super. Obwohl den Umzugsdienst hat Jürgen organisiert). Zwar standen noch zwei Autos in unserem Parkverbot, aber der Möbelwagen müsste nicht lange warten.

Chris, unser Nachbar, war so gut und opferte seinen Urlaubstag und half, alles zu überwachen. Und jaaaaa, es passte alles ins Auto. Drei stämmige Türken aus Berlin packten sehr professionell an. Bei den vorherigen Zweifel von anderen Anbietern meinten sie nur, sie können nur nicht gescheit packen.

Alles drin. Auch unsere Fahrräder.

Nun sieht aber auch diese Wohnung sehr leer aus. Schnief. Auch wenn es darin nur zwei Jahre waren, aber wir haben darin coole Parties gehabt und einiges erlebt.

„Alle“ wie Ricardo sagen würde.

Jürgen schläft nun bei unseren Nachbarn. Also er schläft noch nicht wirklich. Noch genießt er das gesellige Miteinander.

Nun liege ich in Ricardos neuem Bett (Danke an Oma und Opa) und fiebere meiner ersten Nacht entgegen. Alles ist so still hier. Aha, so fühlt sich eine Kleinstadt bei Nacht an.

Morgen 10 Uhr kommt der Möbelwagen. Ich bin gespannt.

Gute Nacht!

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